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14. Januar 2005, 10:24 Uhr, Andreas

Rudolf Mooshammer tot

Es ging heute zwischen 9 und 10 Uhr durch die Leitungen der Agenturen. Der Münchner Modezar ist tot, wahrscheinlich erdrosserlt worden. Sein Hündchen dagegen lebt noch: es hätte eh nie versuchen gewagt zu singen ;-)

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02. Mai 2004, 20:48 Uhr, Andreas

Zweimal Schrott und nichts als Ärger


'So ein Schrott!', hat wohl jeder schonmal gesagt oder gedacht, wenn er mal wieder einenStaubsauger von TRISA oder einen Wasserkocher von ROTEL gekauft hatte und dieser nach drei Monaten seinen Geist aufgegeben hatte. Alles Billigware made in China.

Aber mit der Redewendung sollte man nun doch etwas vorsichtiger sein. Zwar ist umgangssprachlich alles Schrott, was nicht wirklich was wert ist, also ein Synonym für 'Müll'. In der Regel bestehen solche Erzeugnisse heutzutage zum größten Teil aus Plastik.

Tatsächlich aber ist mit Schrott Altmetall gemeint, speziell Alteisen. Und dieses hat durchaus noch seinen Wert. Wichtig ist Schrott, um neuen Stahl zu produzieren. Im Gegensatz zu Papier, dessen Holzfasern im Wiederverwertungsprozess immer brüchiger werden, kann Stahl beliebig oft wiederverwertet werden. Das spart am Ende Eisenerz und Kohle,welches in der Regel schon gar nicht mehr bei uns abgebaut wird. Aber auch die Stahlproduktion selber findet kaum noch im guten alten Europa statt sondern eher in Billiglohnländern.

Dies ist vor allem eine Folge der Globalisierung. Die Produktion wird dorthin verlagert, wo es am günstigsten ist - mit all den sozialen Folgen für uns und die Leute vor Ort.

Nun war es aber bisher noch so, dass die Globalisierung eher ein Gewinn für die reichen Staaten und ein Verlustgeschäft für die armen Staaten war. Die Proteste am Weltwirtschaftsforum in Davos etwa gingen ja in die Richtung.

Doch jetzt scheint sich das Blatt allmählich zu wandeln, und das vor allem, weil das 'Reich der Mitte' erwacht ist und seinen Anteil am Welthandel für sich beansprucht. Chinas Stahlproduktion ist im Aufwind, weil massenhaft neu gebaut wird. Da auch die Chinesen nicht dumm sind, kaufen sie bevorzugt Schrott ein statt ihre Hochöfen mit Eisenerz zu füllen. Und die Gesetze des Marktes kommen nun zur Wirkung: wenn einem gleichbleibendem Angebot eine steigende Nachfrage gegenübertritt, dann steigt der Preis.

Und die Chinesen haben offenbar sehr gute Preise bezahlt. Mussten sie anscheinend auch notgedrungen, denn der Stahlhunger in China ist immens. 43 Mio Tonnen Stahl hat das Milliarden-Reich allein 2003 importiert, mehr als Deutschland und die USA zusammen.
Und so ist im Zeitraum von Oktober 2002 bis Januar 2004 der Schrottpreis in der USA von 110 auf 230 Dollar je Tonne gestiegen. Dies muss man natürlich relativieren, denn der Dollar hat im gleichen Zeitraum gegenüber dem Euro kräftig an Wert verloren. Aber die gleiche Entwicklung hat sich auch in Deutschland abgespielt. Der Schrottpreis stieg hier im selben Zeitraum von 115 auf 185 Euro pro Tonne. Natürlich schwanken die Preise je nach Schrottsorte noch entsprechend. Aber seit Januar kannten die Preise auch nur eine Richtung:nach oben!

Ist es nun also soweit? Schlägt das Pendel der Globalisierung nun almählich dahin zurück, woher es gekommen ist? Denn inzwischen drohen in Europa Lieferengpässe bei Stahlerzeugnissen - oder sind schon akut.

Da kriegt die eingangs beschriebene Doppelbedeutung von 'Schrott' einen zynischen Beigeschmack. Europa geht der Stahlschrott aus, aber wir werden überschwemmt mit chinesischem Plastikschrott.

Und auch das ist die Folge:
Als im Hitze-Sommer 2003 den Geschäften die Klimaanlagen und Ventilatoren ausgingen, lag das einfach nur daran, dass die Herstellung jener Geräte schon längst nicht mehr in Europa stattfindet. Sämtliche Komponenten werden im Voraus gefertigt, vorzugsweise in China. Da es sich um Saisonware handelt, wird natürlich irgendwann umgerüstet auf andere Komponenten, etwa für Heizungen im Winter. Somit lässt sich bei erhöhtem Bedarf aufgrund des langen Weges und der inzwischen umgerüsteten Produktionsstraßen kein Nachschub mehr organisieren.

So stehen wir dann also da mit Geräten made in China, die schon nach ein paar Monaten nicht mehr funktionieren und fragen uns, warum wir einerseits in der Lage sind, per Internet eine Pizza zu bestellen aber andererseits im Falle des Falles keine Kühlgeräte mehr zu kaufen bekommen.

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30. April 2004, 20:11 Uhr, Andreas

Evolutionstheorie? Ach Gott!

Wie war das doch noch mit dem PISA-Test vor ein paar Jahren? Da schnitt Deutschland so furchtbar schlecht ab, lag in allen Kompetenzen unterm OECD-Durchschnitt. Für das 'Land der Dichter und Denker' eine Schande, zumal das Schwellenland Südkorea die Deutschen fast immer um Längen schlug.

Sorgen muss man sich nun aber echt machen um unsere - Standpunkt Schweiz - südlichen Nachbarn, die Italiener.

Dass sie ja noch sehr katholisch und in Großfamilien aufgewachsen sein sollen, ist Klischeedenken.

Dass der Regierungschef Silvio Berlusconi zugleich der mächtigste Mann im Lande ist, was die Medien angeht, ist Tatsache.
Und dass es dann mit seinen Regierungsmitgliedern vielleicht auch nicht so weit her ist, drängt sich als Vermutung auf.

Tatsächlich nun lehnte sich die italienische Bildungsministerin Letizia Moratti arg weit aus dem Fenster: die Evolutionstheorie sollte künftig erst mit Schülern ab 14 Jahren behandelt werden. Die Schüler würden die Idee der Evolutionstheorie falsch oder gar nicht richtig verstehen. Grund dafür seien die vom Darwinismus losgelösten Theorien über den Sieg des Stärkeren und den Untergang des Minderwertigen.

Sollte stattdessen etwa wieder die alte Geschichte hergebetet werden, in der der liebe Gott als Sündenbock herhalten muss, in der er sechs Tage lang unentgeltlich geschuftet hatte?

Keine gute Idee, denn schon die Nachkommen von Adam und Eva haben Sozialdarwinismus pur praktiziert, waren allerdings auch bloß Männer.
Jedem italienischen Kind, dass einigermaßen denken kann, wird dieser Widerspruch klar sein.

Am 28.April nun hat Frau Moratti ihr Vorhaben relativiert. Es seien ja nur Richtlinien und keine Regelvorgaben.
Sie habe aber nun ein Komitee ins Leben gerufen, das Leitlinien für die Vermittlung der Evolutionstheorie erarbeiten soll.

Wäre es nicht besser gewesen, Frau Moratti hätte lieber von Anfang an die Kirche im Dorf gelassen? Denn ich wäre spätestens jetzt vom Glauben abgefallen,wenn ich nicht schon längst strenggläubiger Atheist wäre ;-)

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30. April 2004, 19:28 Uhr, Andreas

Schon gesehen?

Nachdem man sich beim Trämmlifahren in Basel dran gewöhnt hat, dass statt der rückgerufenen Combinos nun wieder älteres Material am Rollen ist, kommt nun auch wieder die Werbung in den Trams in den Genuss verstärkter Aufmerksamkeit.

Und da stechen vor allem jene beiden Poster ins Auge, die für die Innenstadtgutscheine gute Miene machen sollen. Das im wahrsten Sinne des Wortes, denn es wird auf beiden Plakaten gelächelt. Die Botschaft: 'Davon kriegt sie nie genug' bzw. 'Davon kriegt er nie genug'.

Um der Begeisterung ob der Innenstadtgutscheine besonderen Ausdruck zu verleihen, ist im Falle der weiblichen Begeisterungsstürme ein Herr der Schöpfung abgebildet, der mit einigen, zugebenenermaßen viel zu korrekt geformten Lippenstiftabdrücken garniert wurde. Nun, das leuchtet ein.

Nun freuen sich aber auch Männer über Innerstadtgutscheine. Um dies darzustellen, wurde der abgelichteten Abgeknutschten noch eine schiefsitzende Brille aufgesetzt. Was allerdings zu denken gab: Auch ihr Gesicht ist mit Lippenstift verschmiert, und zwar nicht minderstark als jenes des Mannes! Was für eine Kriegsbemalung hat frau da wohl verwendet?

Das lässt nur einen Schluss zu: entweder sind die Werber ihrer Zeit weit voraus - was aber im deutschsprachigen Raum bislang nur selten der Fall war -, oder aber man will uns für blöd verkaufen.

Nun denn, wenns der Innerstadt hilft :-)

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23. April 2004, 11:32 Uhr, Andreas

Schwein gehabt!

Die BAZ berichtet in ihrer heutigen Online-Ausgabe, dass in der vergangenen Nacht ein ausgebüchstes Zwergschwein die Polizei im solothurnischen Rodersdorf auf Trab gehalten hat.

Das Tierchen konnte schließlich eingefangen werden.
Da aber die Polizisten mit dem Schweinchen nicht allzuviel anfangen konnten, klingelte man den nächsten Bauern aus dem Bett und übergab das Tier in seine Obhut.

Schwein gehabt gleich dreimal:
der Bauer im wahrsten Sinne des Wortes; die Polizisten, weil sie ein nerviges kleines Borstenvieh einfach abschieben konnten; und Rodersdorf, dass nun mal auch anderweitig Erwähnung findet. Denn sonst kennt man den Ort nur als Endhaltestelle des BLT-10ers, der vor Erreichen des Ortes noch einen Absteicher ins französische Leymen macht.

Aber irgendwie erinnert mich die Berichterstattung schon ein wenig an jenen Beitrag in der Aarauer Zeitung vom 2.August 2003, in dem es hieß, dass die Heupreise mal wieder steigen.

Regionales auf Weltformat eben :-)

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22. Februar 2004, 16:20 Uhr, Andreas

AusgeKÖPPELt

Was musste ich da am 20.Februar in der Basler Zeitung lesen: Roger Köppel wird als Chefredakteur die 'Weltwoche' verlassen und stattdessen künftig für 'Die Welt' arbeiten, eine in Deutschland erscheinende überregionale Tageszeitung. Diese steht schon seit Jahren dort, wo die 'Weltwoche' anno 2001 stand: defizitäre sowohl finanziell als auch bei den Leserzahlen.

Wenn man nun argumentiert, Roger Köppel wolle nun wohl sein (erz-)konservatives Erfolgsrezept auch im großen Kanton anwenden, könnte man sich schnell irren. Denn im Gegensatz zur früheren 'Weltwoche' ist die heutige 'Welt' bereits ein recht(s)konservatives Blatt. Und auch im 'Thesenjournalismus' á la Köppel übt sich die 'Welt' schon seit Jahren, da sie als an sich seriös daher kommendes Medium gern benutzt wurde, um von rechter Seite aus als intellektuell getarnte Giftpfeile abzuschießen gegen alles was link(s) ist. Für die weniger Begabten gibts schließlich die 'BILD'-Zeitung aus dem gleichen Verlagshaus.

War es nicht eher so, dass die 'Weltwoche' aus der Schwäche herausgeholt werden sollte, und Herr Köppel die Marktlücke eines konservativen Wochenblattes in der Schweiz besetzen wollte? Wenn 'links' angesagt gewesen wäre, hätte er es halt andersrum gemacht.
Einen Drall nach links wird es bei der 'Welt' nun sicher nicht geben, dafür sorgt schon der Springerverlag als Herausgeber. Und die 'Welt' ist keine Wochenzeitung sondern erscheint täglich, auch sonntags. Wo also will Köppel hier nun ansetzen? Es wird deutlich schwieriger als bei der 'Weltwoche'.

Sicher kann man sich über die Qualität der Beiträge der 'Weltwoche' in den letzten Monaten heftig streiten. Sie unterstützte die Kriegspläne im Irak und mutierte schon fast zur Blocherwoche vor den eidgenössischen Wahlen.

Auch die Berichterstattung in Bezug auf die Abstimmung über den 'Avanti-Gegenvorschlag' war an Einseitigkeit kaum noch zu überbieten. Ja, man war sich nicht mal zu schade, nach dem 'Avanti'-NEIN noch einmal kräftig nachzutreten.

Sicher kann man sich darüber aufregen, aber genau das ist gewollt? Denn so bleibt die 'Weltwoche' im Gespräch. Wann war das letzte Mal etwas von der 'WOZ' zu vernehmen? Und es ist laut Roger Köppel erklärtes Ziel, Argumente zu liefern, die gegen die allgemeine Denkweise in Volkes Meinung zielen.

In wiefern diese Argumente dann letzten Endes geistreich sind, darf man angesicht jener drei genannten Beispiel durchaus schon in Zweifel ziehen.

Ich jedenfalls finde es doch immer wieder interessant zu lesen, wie rechte Gedankenmacherei funktioniert, vor allem aber, wie einseitig und unausgewogen sie bisweilen daherkommt.
Wie soetwas linksherum geht, weiß ich aus eigener langjähriger Erfahrung.

Letzten Endes muss man sagen, dass es ausgewogene Berichterstattung heutzutage auch sehr schwer hat, da nun mal der Platz in den Medien beschränkt ist und auch die Leser nicht mehr zuviel lesen wollen müssen. Da ist es doch schon einfacher, diesen Platz mit beschränkter Denkweise und Einseitigkeit zu füllen ;-)

Na dann viel Erfolg, Roger :-)

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11. Januar 2004, 14:27 Uhr, Andreas

Futur - Die Zukunft

Mit der Zukunft ist es doch eine äußerst zwiespältige Sache.

Man behauptet, in der Zukunft lesen zu können, vor allem besondern gern in der Werbung. Aber schon morgen ist die Zukunft von heute längst Vergangenheit. Jeder, der Ersatzteile für vor zwei Jahren gekaufte Geräte haben will, kann davon ein Lied singen.

Und dann heißt es doch immer wieder, die Zukunft gehöre doch den Kindern bzw. der Jugend. Irgendwie hat man dann aber bei den Entscheidungsträgern den Eindruck, dass sie - trotz fortgeschrittenen Alters - sich selbst noch zur Jugend zählen.
Man erinnert sich als geborener DDR_Bürger angesichts solcher Tatsachen dann an jene Zeiten, als das Parteikommittee der SED - Durchschnittsalter um die 70 - immer wieder das Lied anstimmte: 'Wir sind die junge Garde...'

Wenn also die Zukunft schon so sehr missbraucht wird, muss es da noch verwundern, dass sie auch sprachlich stiefmütterlichst behandelt wird?

Im Französischen etwa existiert neben dem 'Future compossé', das im Aufbau unserem deutschen Futur ähnelt, noch das 'Future simple' das ohne Hilfsverben auskommt.
Auch im Russischen existieren zwei Möglichkeiten, das Futur auszudrücken. Hier hängt es vor allem davon ab, ob man allgemein das Zukünftige einer Handlung betonen will oder speziell noch die Vollendung derselben.

Im Deutschen dagegen müssen wir auf das Hilfsverb 'werden' zurückgreifen, um Zukünftiges auszudrücken. Oft sind wir aber auch dazu zu faul und begnügen uns mit Worten, die das Kommende im Kern tragen, das Tätigkeitswort verbleibt aber in der Gegenwart.
Und genauso - nur noch viel schlampiger mit der grammatikalischen Korrektheit - machen es in der Hinsicht die Ungarn.

Stellt sich die Frage, ob man aus diesen sprachlichen Eigenheiten Rückschlüsse auf den Charakter eines Volkes in Bezug auf seine Zukunftsvisionen ziehen kann. :-)

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